Sperrung der Staatsstraße 2221 von Oppertshofen nach Kesselostheim – wie können wir die menschenfeindlichen Verkehrsbelastungen vermeiden?

Vorbei sind dann die Zeiten wo man nicht nur nachts ungestört vom Verkehrslärm die Fenster öffnen und auch tagsüber gefahrlos die Straße überqueren konnte. Sicherlich sind viele aber auch froh, die umständliche Verkehrsführung nicht mehr in Kauf nehmen zu müssen. Dafür haben wir vollstes Verständnis. So drängt sich die Frage auf welche Maßnahmen möglich wären um diese Verkehrsbelastung in Zukunft einzudämmen.

Das Problem mit dem Verkehr ist, dass er ständig zunimmt. Die Älteren unter uns können sich vielleicht noch erinnern wie es war, als einzelne Familien ganz stolz darauf waren ein Auto zu besitzen. Heute ist es so, dass in jeder Familie jede Person mindestens ein Auto hat. Die LKW-Maut hat die Mautpreller-LKW‘s hervorgebracht und seit Amazon und Corona ist jeden Tag im Jahr Weihnachtsverkehr. Die Lösung kann deshalb nicht darin bestehen ganz Bayern mit Umgehungen zuzupflastern. Der Verkehr muss anders werden.

Das fängt schon mal mit Geschwindigkeitsbeschränkungen an. Dörfer und Wohngebiete sind Räume in denen Menschen leben. Also sollte man für gute Lebensbedingungen und nicht für schnellen Durchgangsverkehr sorgen. Niemand muss durch ein Wohngebiet schneller als mit 30 km/h fahren. Und Dörfer sind insgesamt Wohngebiete. Das betrifft aber nicht nur die LKW’s sondern auch die PKW’s denn auch die können alte Leute oder Kinder über den Haufen fahren. Und damit Geschwindigkeitsbeschränkungen auch ernst genommen werden braucht es natürlich auch Blitzsäulen in jedem Dorf. Baden-Württemberg macht uns das vor, da ist das schon eine Selbstverständlichkeit.

Wir brauchen sichere Fahrradwege die von den Straßen getrennt sind und wir brauchen wesentlich mehr öffentlichen Verkehr. Warum nicht Rufbusse die man über eine App intelligent steuern kann? Und wenn wir endlich mal anfangen uns über intelligenten Verkehr Gedanken zu machen, wer weiß was uns noch alles dazu einfällt.

Der angeschwollene Warenverkehr trifft uns wie die angeschwollenen Bäche die Orte in Nordrhein Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die Waren müssen mehr auf die Bahn verlagert werden und nur noch auf den letzten Kilometern durch LKW’s oder Transporter verteilt und vielleicht können das ja auch Elektrofahrzeuge sein die wesentlich leiser und emissionsfrei fahren. Und nicht zuletzt müssen wir für ein Ende der Zusteller-Versklavung durch Subunternehmer kämpfen. Wir brauchen ein Lieferkettengesetz für die großen Zusteller DHL, Hermes und wie sie alle heißen. Menschen haben Menschenrechte und ein Recht auf einen Mindestlohn. Wenn die Pakete dadurch teurer werden ist das nur eine Anpassung an die Wirklichkeit.

Neuste Artikel

Kunst und Kultur in der Pandemie

Angeregte Diskussion über Gesundheitsversorgung in Wertingen

Wandern mit Eva Lettenbauer, MdL