Wahlkampf in Wertingen – Nicht immer das reine Vergnügen

“Kann man als demokratische Partei noch unbehelligt von Störern Wahlwerbung machen? Muss man sich mit verbaler Gewalt von offensichtlich radikalisierten Menschen angreifen lassen, weil man ein Elektroauto fährt? Muss man sich anschreien lassen, weil man für die  Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels eintritt?”. Das fragt sich die Ortsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Hertha Stauch, nach heftigen Begegnungen am zweiten Infostand auf dem Marktplatz.

Vor dem Marienbrunnen hatten die Grünen-Mitglieder aus Wertingen, Binswangen, Buttenwiesen und Laugna anregende, aber auch durchaus kritische Gespräche mit Passanten:innen zu den Themen aus dem Wahlprogramm der Grünen und zur Situation der Parteien im jetzigen Bundestagswahlkampf. Dass die Grünen für einen veränderten, den Klimabedingungen angepassten Lebensstil plädieren und es kein “weiter so” geben kann, fiel vielen Besucher:innen am Wahlstand schwer, zu akzeptieren.

Offensichtlich auf Radau angelegt hatten es dabei ein paar wenige einzelne Besucher am Wahlstand, die den Klimawandel und die CO2-Überlastung leugneten und im Laufe des Gesprächs immer lauter wurden – in einem Fall sogar Applaus von Gästen an einem Tisch der nahe gelegenen Eisdiele bekamen.

Um die Situation  nicht eskalieren zu lassen und in der Erkenntnis, dass es sich um einen Leugner des Klimawandels oder Querdenker handelte – “zuerst kommen sie mit Corona und jetzt mit dem Klima”, so der O-Ton –  brachen die Grünen-Mitglieder das Gespräch ab. Noch während sie ihren Wahlstand abbauten, wurden sie fortdauernd übelst und lautstark beschimpft. Fazit der Teilnehmer am Wahlstand: In so einem Fall kann man auch die Polizei holen.

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