Der unheimliche Nachbar in Schwaben:

Atomkraftwerke Gundremmingen

Die Reaktoren

Block A war von 1966 bis 1977 in Betrieb. Der 250-MW-Siedewasserreaktor havarierte am 13. Januar 1977 und wurde als Totalschaden stillgelegt – der bisher schwerste Atomunfall in Deutschland. Noch heute emittiert der Schrott¬reaktor radioaktive Isotope in beträchtlichem Umfang. Erhebliche atomare Frachten wurden in Abluft und in die Donau freigesetzt.

Block B und C sind mit je 1.344-Megawatt die leistungsstärksten Atomanlagen in Deutschland. Die Siedewasserre¬aktoren sind seit 1984 in Betrieb. Siedewasserreaktoren emittieren mehr Schadstoffe in die Umwelt als die sonst übli¬cheren Druckwasserreaktoren. Zur Kühlung der beiden Blöcke wird das Wasser der knapp einen Kilometer vom Standort entfernt fließenden Donau genutzt.
Nach dem Atomausstiegsvertrag müssten die Blöcke 2016 und 2017 abgeschaltet werden. CSU/FDP – Politiker wollen sie bis 2040 und länger laufen lassen.

Das sogenannte Zwischenlager
Gundremmingen ist Standort der größten deutschen Lagerhalle für die Auf¬bewahrung verbrauchter und dadurch extrem radioaktiver Brennelemente. Zu Jahresbeginn waren bereits 25 Castoren im Zwischenlager, (Gesamtkapazität 192 Castoren), ihr Verbleib ist bis 2046 genehmigt. Es ist kein Endlager ist in Sicht.

Eigentümer
75% gehören der RWE in Essen und 25% der E.ON in Hannover.

Der Standort
Im Landkreis Günzburg etwa 30 Kilometer Luftlinie nordwestlich von der Großstadt Augsburg. Meh¬rere Hunderttausend Menschen leben unmittelbarer Nähe der alltäglichen Emissionen und im Gefahrenbereich eines möglichen Unfalls.

Die Strahlenschleuder
Atomkraftwerke geben auch im so genannten Normalbetrieb über den Kamin, das Maschinenhaus und das Abwasser radioaktive Stoffe an die Umwelt ab. Jede noch so geringe radioaktive Strahlung kann Krebs auslösen und das Erbgut schädigen. In der Umgebung vieler Atomanlagen wurden erhöhte Krebsraten festge¬stellt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder, die im Umkreis von 5 km um ein AKW leben, an Leukämie erkranken, ist mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt, statistische Effekte sind jedoch bis zu einer Entfernung von 50 km um ein AKW sichtbar.

Die Atomkraftwerke in Gundremmingen sind Deutschlands radioaktive Dreckschleuder „Nummer eins“ - in Bezug auf radioaktiven Kohlenstoff (C-14) in der Abluft und auf die so genannten „Sonstigen Spalt- und Aktivierungsprodukte“ im Abwasser. Bei der Abgabe von Tritium (als radioaktives tritiertes Wasser), Jod-131 und den radioaktiven Edelgasen wird der Standort Gundremmingen jeweils nur von einem deutschen Atomkraftwerk übertroffen (nach veröffentlichten Zahlen des Bundesamtes für Strahlenschutz).

Emissionen der Atomkraftwerke in Gundremmingen
Radioaktiver Kohlenstoff (C-14) in der „Fortluft“ und „sonstige Spalt- und Aktivierungsprodukte“ im Abwasser: Gundremmingen ist mit Abstand größter Emittent

Bei der Abgabe von Tritium (als radioaktives tritiertes Wasser), Jod-131 und den radioaktiven Edelgasen wird der Standort Gundremmingen jeweils nur von einem deutschen Atomkraftwerk übertroffen (Emsland, Philippsburg, Unterweser)

Die bessere Alternative: Einsparen, mehr Energieeffizienz, Erneuerbare: Allein die Vermeidung der Leerlauf¬verluste wie 'stand by' bei unseren Elektrogeräten würde so viel Strom sparen, wie das AKW Gundremmingen liefert: 20 Milliarden Kilowattstunden.

Und : Schon im Jahr 2020 könnte Deutschland zu 47 % mit EE-Strom versorgt werden, wenn die Bundesregierung die jetzige positive Entwicklung nicht abwürgt.

V.i.S.d.P.: Christine Kamm, MdL, Maximilianstraße 17, 86150 Augsburg